49h ICC


Das ICC beim "Open House" endlich von innen zu sehen, war ein kleiner Traum, den ich mir schon lange erfüllen wollte. Dieses riesige, futuristisch-dystopische Bauwerk hat mich schon immer fasziniert. Als ich noch in Charlottenburg gewohnt habe, habe ich es oft von außen staunend betrachtet. Wie ein gewaltiges Raumschiff schmiegt es sich an die Stadtautobahn, monumental und zugleich geheimnisvoll.

Das Internationale Congress Centrum wurde Ende der 1970er Jahre eröffnet und galt damals als Symbol für Fortschritt, Technik und West-Berlins Aufbruchsstimmung. Entworfen vom Architektenduo Ursulina Schüler-Witte und Ralf Schüler, beeindruckt es bis heute mit seiner klaren Formensprache, den endlosen Korridoren und seiner verschachtelten Struktur. Nach seiner Schließung wegen Asbest galt das Gebäude lange als unzugänglich. Umso besonderer war es, dass man bei den 49h ICC das Innere wieder sicher betreten konnte.

Der Andrang war groß, die Zeit leider knapp, aber ein paar Handyfotos mussten einfach sein. Besonders beeindruckt hat mich, wie vollständig alles verkleidet und durchkomponiert erscheint. Als hätte jede Wand, jede Lampe und jede Säule ihre festgelegte Rolle in einem größeren System. Selbst der kleine Überwachungsraum am Eingang wirkte nicht funktional, sondern fast szenografisch, als Teil einer Filmkulisse.

Ich liebe diese verschachtelte Architektur, in der man sich verlieren könnte, und die Mischung aus Zukunftsvision und Dystopie, die dem ICC auch heute noch seine außergewöhnliche Atmosphäre verleiht.

Alle Fotos © Hendrik Berends

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